Namibia Archives

Im kalten Wasser schwimmt’s sich gut

Vor meinem Praktikum bei der nbc war eine meiner größten Hoffnungen, auch moderieren zu dürfen. Macht man in Deutschland ein Praktikum bei einem Radiosender, ist das die große Ausnahme. Beim deutschen Hörfunk der nbc hingegen kann man sich als Praktikant gleich im Programm austoben. Oder wie mir bereits vor meiner Anreise versprochen wurde: „Wir werfen die Praktikanten ins kalte Wasser“.

Marcel und ich im Studio

Marcel und ich im Studio

Der Militärmarsch „Alte Kameraden“

Gleich an meinem ersten Tag in der Redaktion bekam ich meine eigene Sendung. „Wünsch dir was!“ heißt das wöchentliche Format und macht seinem Namen alle Ehre: eine Stunde lang wird nur die Musik gespielt, die sich unsere Hörer wünschen. Die Kollegin, die die Sendung bisher gemacht hat, war krank und so sollte ich auf unbestimmte Zeit einspringen. Warum man gleich dem ahnungslosen Praktikanten die Sendung anvertraute, wurde mir schnell klar, als ich die Playlist sah: Schlager, Volksmusik und ab und zu Oldies. Ich wurde also ins Studio geschickt und dachte mir während der Songs fix etwas einigermaßen intelligentes aus, womit ich den folgenden Titel anmoderieren konnte. Read the rest of this entry

Radio in neun Sprachen

Namibia ist ein Vielvölkerstaat. Die willkürlichen Grenzziehungen in der Kolonialzeit haben dafür gesorgt, dass eine namibische Nation erst mit der Unabhängigkeit langsam entstehen konnte. Dem muss auch das öffentlich-rechtliche Programm der Namibian Broadcasting Corporation (NBC) gerecht werden. Deshalb gibt es hier Radio in neun Sprachen.

„Guten Morgen“ wird zum Zungenbrecher

Namibia kann man mit Fug und Recht als multikulturell bezeichnen. Die wechselvolle Geschichte hat dazu geführt, dass es in Namibia heute mindestens 12 ethnische Gruppen gibt. Diese finden sich auch in den 12 Strahlen der Sonne auf der namibischen Flagge wieder.
Englisch ist zwar Amtssprache und man kommt damit in der Regel auch überall gut aus. Daneben gibt es aber eine Vielzahl von Sprachen, die in Namibia gesprochen werden. Sehr verbreitet ist Afrikaans. Es entwickelte sich im südlichen Afrika aus dem Neuniederländisch des 17. Jahrhunderts unter dem Einfluss einheimischer Sprachen. Afrikaans wird außerdem in Südafrika und teilweise auch in Botsuana, Simbabwe, Lesotho, Sambia und Malawi gesprochen. Read the rest of this entry

Deutscher als Deutschland

Windhoek ist wirklich eine spannende Stadt. Seitdem ich hier angekommen bin, habe ich jeden Tag etwas Neues entdeckt. Aber irgendwann packt einen dann doch die Lust, mehr vom Land zu sehen als nur die Hauptstadt. Und so fuhr ich am vergangenen Wochenende (17.-19. Juni) zusammen mit meiner Mitpraktikantin und zwei weiteren Backpackern nach Swakopmund an die Antlantikküste.
 
 Ohne Auto geht nichts 

So eine Fahrt von 400 km kann man in Namibia eigentlich nur mit dem Auto zurücklegen. Mit einem der wenigen Züge ist man für die Strecke schon mal eine ganze Nacht lang unterwegs. Und Inlandsflüge sind auf Dauer auch nicht wirklich preiswert. Die meisten Leute im Land fahren deshalb entweder mit dem eigenen Auto oder mit einem der zahlreichen Minibusse, die einen Ueberall hin bringen. Wir hatten das Gück, dass uns zwei Bekannte in ihrem VW-Bus mitnahmen, die auch über das Wochenende nach Swakopmund wollten.

Schon beim Verlassen Windhoeks eröffnet sich dem Reisenden die atemberaubende Landschaft Namibias. Für die Einheimischen vielleicht nichts besonderes mehr. Ich jedenfalls konnte mich daran nicht satt sehen.

Die Gegend um Windhoek

Die Gegend um Windhoek

 

Die Gegend um Windhoek

Die Gegend um Windhoek

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Ein normaler Tag

Gut zwei Wochen lebe ich jetzt in Windhoek und so langsam fange ich an, mich als Windhoeker zu fühlen. Ich weiß, wo mein Supermarkt ist. Ich kenne den Weg zur Arbeit. Ich habe meine Leute, mit denen ich abends weggehe. Und ich beginne, mich an den Straßenverkehr und die damit verbundenen Abgase zu gewöhnen. Und mit meiner Mitbewohnerin Uli, die mit mir Praktikum macht und schon etwas länger hier ist, habe ich einen prima Guide. Wie sieht also so ein Tag als Praktikant der deutschen Redaktion der NBC aus?

Wir wohnen in der Schubertstraße in Windhoek West in einer kleinen 2-Raum-Wohnung. Nach gutem Schlaf im Schlafsack heißt es sich überwinden. Trotz kleinem Heizer ist es morgens in der Wohnung doch etwas kühl. Wir sind mitten im afrikanischen Winter, der in diesem Jahr besonders kalt ausfällt. In der Regenzeit hatte es extrem viel Niederschlag gegeben. Jetzt kommt die Kälte. In der Nacht kann die Temperatur schon mal unter Null Grad fallen.

Eiszapfen in Afrika

Eiszapfen in Afrika

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Namibia goes gaga

Namibia hat seinen Skandal: Am Samstag wurden die jährlichen Namibia Music Awards in Windhoek verliehen. Unter den Preisträgern: Die namibische Musikerin Lady May. Sie wurde für die beste House-Musik 2011 ausgezeichnet. Den Preis nahm sie artig entgegen, bedankte sich dann aber mit „Love me or hate me, but I’ll forever be Lady May“ und zeigte den Stinkefinger. Als Zugabe gab’s noch ein „Good night Motherfuckers“.

Nun könnte man vermuten, dass außer ein wenig missmutigem Raunen über den verbalen Tiefschlag nichts weiter durch den Blätterwald gerauscht wäre. Im Vergleich zu den Texten mancher Berliner Rapper ist „Motherfuckers“ fast noch Hochsprache. In Namibia hingegen löste Lady Mays „Dank“ einen Skandal aus. Noch auf der Bühne versuchten der Intendant der Namibian Broadcasting Corporation (NBC) und der Vertreter des Hauptsponsors die Situation zu entschärfen. Am Montag war Lady May dann auf den Titelseiten aller wichtiger Tageszeitungen.

Am Montag war Lady May auf allen Titelseiten

Am Montag war Lady May auf allen Titelseiten (The Namibian, Allgemeine Zeitung, New Era).

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