Fotos Archives

Alles hat ein Ende

Vier Monate sind um, heute geht es für mich zurück nach Deutschland. Ich will eigentlich kein Fazit ziehen, denn so einfach kann man das gar nicht. Wo soll man da anfangen und wo aufhören? Ich belasse es der Einfachheit halber bei: Es war eine großartige und wohl eine der wichtigsten Erfahrungen meines Lebens! Ich habe tolle Menschen getroffen, wurde immer herzlich Willkommen geheißen und habe ein wunderschönes Land entdecken dürfen.

Dass ich viel Spaß bei meinem Praktikum hatte, wird der Leser dieses Blogs wohl bereits bemerkt haben. Natürlich ist nicht immer alles glatt gegangen. Aber von welchen Sendungen wird man sich später am Kneipentisch erzählen? Die, bei denen alles funktioniert hat oder die, wo Pannen und schlechte Witze das Programm bestimmt haben? Richtig!

Ich habe die Highlights meiner Arbeit beim Deutschen Hörfunk der NBC zusammengeschnitten. Alles ist so On-Air gegangen, wie es hier zu hören ist. Manchmal hat es schon viel Geduld gekostet, wenn der Techniker mit der Bedienung des Ü-Wagens komplett überfordert war. Im Nachhinein war es aber ein großer Spaß:

Vielen Dank an alle, die ich hier in Namibia kennen lernen durfte. Besonders an meine Mitbewohner Uli Kubatta und Marcel Pauly: Wir haben ne Menge gesehen und erlebt, davon möchte ich nichts missen!

Ein Stück Afrika werde ich mit nach Hause nehmen, denn so eine Zeit verändert einen schon. Im positiven wie im negativen: T.I.A.

Gewitter über Windhoek

Sie kommt einen Monat zu früh, die kleine Regenzeit. Aber das wundert niemanden, denn nach einer extrem langen Regenzeit und einem sehr kalten Winter stimmt das Wetter in diesem Jahr sowieso nicht mehr.

Drei Tage hintereinander hat es jetzt immer mal wieder geregnet. Für mich war das der erste richtige Regen hier in Namibia. Und die Chance, auf dem Heimweg von der Redaktion mal richtig klatschnass zu werden. Im Schutze unseres Vordaches habe ich mich mit der Kamera bewaffnet auf die Jagd nach Blitzen begeben.

Ein recht ansehnlicher Glückstreffer

Ein recht ansehnlicher Glückstreffer

So sieht es aus, wenn man einen Blitz einfängt...

So sieht es aus, wenn man einen Blitz einfängt...

... und so, wenn man fünf Blitzfotos zu einem HDR-Bild zusammenrechnet.

... und so, wenn man fünf Blitzfotos zu einem HDR-Bild zusammenrechnet.

Meine Kollegen haben mir versichert, dass das noch überhaupt nichts war im Vergleich dazu, was man in der richtigen Regenzeit im Februar und März hier erlebt. Dann regnet es nämlich tagelang ununterbrochen. Ein Glück, dass ich dann schon wieder in Deutschland bin.

Mit Bismarck im Damara-Dorf

Die Living Culture Foundation will für alle Volksgruppen Namibias ein Lebendes Museum schaffen. In der Nähe von Twyfelfontein habe ich das Projekt der Damara besucht und gelernt, wie man mit Eselsdung Feuer macht.

Damara Living Culture Museum

Damara Living Culture Museum

Auf meiner Reise durch Namibia bin ich auch durch das Damaraland gefahren. In diesem Gebiet im Nordwesten Namibias hatte die südafrikanische Regierung zur Zeit der Apartheid im Rahmen des Odendaal-Plans ein Homeland für die Damara eingerichtet. Durch diese Politik sollte die nicht-weiße Bevölkerung nach Ethnien getrennt und in Abhängigkeit von der weißen Regierung leben. Diese Homelands wurden mit der Unabhängigkeit Nambias 1990 abgeschafft.

Die meisten Damara leben heute entweder in der Stadt oder als Arbeiter auf Farmen. Um die traditionelle Kultur der Damara zu bewahren, gründete die Living Culture Foundation das Lebende Museum der Damara. In der Nähe von Twyfelfontein kann man so ein traditionelles Damara-Dorf besuchen und sich zeigen lassen, wie die Damara einst lebten. Neben dem Dorf der Damara gibt es sechs weitere Projekte, die zum Teil gerade aufgebaut werden.

Otto von Bismarck

Otto von Bismarck

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Herero-Day in Okahandja

Vor 107 Jahren kämpften die Soldaten der deutschen Schutztruppe in der Schlacht am Waterberg gegen die Herero. Nach dem Herero-Aufstand versuchte Generalleutnant Lothar von Trotha die am Waterberg versammelten Herero einzukesseln und zu vernichten. Zahlreichen Herero gelang die Flucht in Richtung Osten, von Trotha ließ die Wasserversorgung abschneiden, wodurch viele der Flüchtenden verdursteten. Dieses Vorgehen gilt als erster Völkermord des 20. Jahrhunderts.

Jedes Jahr gedenken die Red-Flag-Herero am letzten Wochenende im August den Opfern in der Kleinstadt Okahandja. Sie pilgern zu den Gräbern unter anderem ihrer dort beerdigten Führer Maharero, Samuel Maharero und Hosea Kutako. Zum Start meiner zehntägigen Tour durch Namibia fuhr ich nach Okahandja, um mir die Zeremonien am Herero-Day/Red-Flag-Day anzusehen.

Wegweiser

In einer Parade ziehen die Herero durch Okahandja zum Herero Heroes Cemetry. Angeführt wird der Umzug von uniformierten Reitern, gefolgt von Kapellen und Herero in Marschformation. Die Uniformen sind keineswegs Teil der offiziellen Kleidung der namibischen Streitkräfte. Es sind Fantasie-Uniformen, angelehnt an die Kleidung der Soldaten der deutschen Schutztruppe.

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Der Einäugige…

Eigentlich war es mein Ziel in meiner Zeit in Namibia Radio zu machen. Dass ich die deutschen Nachrichten im nationalen Fernsehen lesen werde, daran habe ich bei meiner Ankunft nicht gedacht. Bekanntlich sieht man mit dem Zweiten ja besser. Ein Auge scheint beim nbc-TV aber auszureichen…

Einlesen...gleich geht's los (Foto: Marcel Pauly)

Einlesen...gleich geht's los (Foto: Marcel Pauly)

Anfang Juli bekomme ich im Studio einen Anruf. Nichts ungewöhnliches, rufen doch jeden Tag Hörer an mit Lob oder Kritik. Diese Anruferin wollte aber mit mir sprechen. Sie fragte mich, ob ich denn Lust hätte, mal die deutschen Nachrichten im TV zu lesen. Ich bekundete mein Interesse und bat um ein Gespräch nach der Sendung. An diesem Punkt ging ich noch davon aus, dass es sich um die Offs handelt, also den Sprechertext zu den Nachrichtenbeiträgen. Bei unserem anschließenden Gespräch stellte sich dann aber, als das Wort „Maske“ viel, heraus, dass ich die Nachrichten vor der Kamera präsentieren sollte.

Nach zweimaligem Verschieben war es dann endlich so weit: ich fuhr zum TV im nördlichen Industriegebiet Windhoeks, um die deutschen Nachrichten für die Aufzeichnung  zu lesen. Nachdem ich meine Intros für die einzelnen Beiträge kurz überflogen und die gröbsten Grammatikfehler beseitigt hatte, durfte ich mich auch schon umkleiden. Glücklicherweise hatte mir ein Kollege sein Sakko samt Schlips geliehen. In der Garderobe – also der Herrentoilette – verwandelte ich mich zum Anchorman. Dann wurde ich auch schon geschminkt und im Studio platziert. Nach anfänglichen Problemen mit dem Teleprompter bekam ich aber ein Gefühl dafür, von einem – nach meinem Gefühl – viel zu kleinen Bildschirm abzulesen und dabei noch entspannt auszusehen.

Einsam im Studio (Foto: Marcel Pauly)

Einsam im Studio (Foto: Marcel Pauly)

Letztendlich ging dann alles glatt und ohne größere Versprecher über die Bühne. Später bekam ich einen Anruf, ob ich die Nachrichten nun regelmäßig lesen will. Anscheinend war man mit meiner Arbeit ganz zufrieden. So schnell kommt man in Namibia mit einem Auge ins Fernsehen…

Mehr zu den Fernsehnachrichten bei der nbc schreibt mein werter Kollege Marcel Pauly.

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