Gut zwei Wochen lebe ich jetzt in Windhoek und so langsam fange ich an, mich als Windhoeker zu fühlen. Ich weiß, wo mein Supermarkt ist. Ich kenne den Weg zur Arbeit. Ich habe meine Leute, mit denen ich abends weggehe. Und ich beginne, mich an den Straßenverkehr und die damit verbundenen Abgase zu gewöhnen. Und mit meiner Mitbewohnerin Uli, die mit mir Praktikum macht und schon etwas länger hier ist, habe ich einen prima Guide. Wie sieht also so ein Tag als Praktikant der deutschen Redaktion der NBC aus?

Wir wohnen in der Schubertstraße in Windhoek West in einer kleinen 2-Raum-Wohnung. Nach gutem Schlaf im Schlafsack heißt es sich überwinden. Trotz kleinem Heizer ist es morgens in der Wohnung doch etwas kühl. Wir sind mitten im afrikanischen Winter, der in diesem Jahr besonders kalt ausfällt. In der Regenzeit hatte es extrem viel Niederschlag gegeben. Jetzt kommt die Kälte. In der Nacht kann die Temperatur schon mal unter Null Grad fallen.

Eiszapfen in Afrika

Eiszapfen in Afrika

Sobald die Sonne aufgeht, wird es aber schnell warm. Auf dem Weg zur Arbeit kann man dann schon die Sonnenbrille aufsetzen. Und das jeden Morgen. Das macht echt gute Laune. Da kann man es auch verschmerzen, dass man viel mehr auf den Straßenverkehr achten muss als in Deutschland. Schon allein deswegen, weil es hier oft keine bzw. nur zugewachsene Fußwege gibt und hier jeder fährt, wie er will. Mit afrikanischer Gelassenheit ist das kein Problem.

Bei der NBC wird man gleich freundlich begrüßt mit „Morning Morning“, schwatzt kurz mit den Wachleuten, läuft durch die Sicherheitsschleuse und kommt in die Redaktion. Was ich dort so den ganzen Tag treibe, werde ich demnächst in einem weiteren Blogeintrag schildern.

Was nach der Arbeit passiert, hängt stark von der Uhrzeit ab. Den Weg nach Hause gehen wir meist zu Fuß. Ist es schon nach 17:30, also dunkel draußen, dann sollte man sich zunächst ein Taxi suchen. Noch mal schnell was Wichtiges einzukaufen, ist dann schwierig. Die meisten Läden machen hier schon früh zu. Auch am Samstag hat man nach 13:00 kaum eine Chance noch etwas zu besorgen. Also heißt es gut planen.
Dafür gibt es hier einige nette Lokalitäten, wo man den Abend verbringen kann. Beispielsweise das NICE, gleich bei uns um die Ecke oder der Touristen-Hotspot Joes Beerhouse, wo der Betreiber Unmengen an Krempel von ausgestopften Tieren bis hin zu leeren Sauerkrautdosen gesammelt und drapiert hat. Und abends weggehen ist hier für deutsche Verhältnisse auch nicht so teuer. Ein großes Windhoek Lager bekommt man schon für 18 N$, umgerechnet etwa 1,80 €.
An den Wochenenden sind wir meist unterwegs, um mehr zu sehen von Windhoek und dem Land. Einige der Windhoeker Sehenswürdigkeiten hab ich schon abgegrast. Von der Wildnis, die direkt hinter der Stadtgrenze beginnt, hab ich allerdings noch nicht viel gesehen. Umso mehr freue ich mich auf unseren Ausflug an die Küste nach Swakopmund am Wochenende.

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Filed under: AllgemeinNamibia

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