Mit Bismarck im Damara-Dorf

Die Living Culture Foundation will für alle Volksgruppen Namibias ein Lebendes Museum schaffen. In der Nähe von Twyfelfontein habe ich das Projekt der Damara besucht und gelernt, wie man mit Eselsdung Feuer macht.

Damara Living Culture Museum

Damara Living Culture Museum

Auf meiner Reise durch Namibia bin ich auch durch das Damaraland gefahren. In diesem Gebiet im Nordwesten Namibias hatte die südafrikanische Regierung zur Zeit der Apartheid im Rahmen des Odendaal-Plans ein Homeland für die Damara eingerichtet. Durch diese Politik sollte die nicht-weiße Bevölkerung nach Ethnien getrennt und in Abhängigkeit von der weißen Regierung leben. Diese Homelands wurden mit der Unabhängigkeit Nambias 1990 abgeschafft.

Die meisten Damara leben heute entweder in der Stadt oder als Arbeiter auf Farmen. Um die traditionelle Kultur der Damara zu bewahren, gründete die Living Culture Foundation das Lebende Museum der Damara. In der Nähe von Twyfelfontein kann man so ein traditionelles Damara-Dorf besuchen und sich zeigen lassen, wie die Damara einst lebten. Neben dem Dorf der Damara gibt es sechs weitere Projekte, die zum Teil gerade aufgebaut werden.

Otto von Bismarck

Otto von Bismarck

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Herero-Day in Okahandja

Vor 107 Jahren kämpften die Soldaten der deutschen Schutztruppe in der Schlacht am Waterberg gegen die Herero. Nach dem Herero-Aufstand versuchte Generalleutnant Lothar von Trotha die am Waterberg versammelten Herero einzukesseln und zu vernichten. Zahlreichen Herero gelang die Flucht in Richtung Osten, von Trotha ließ die Wasserversorgung abschneiden, wodurch viele der Flüchtenden verdursteten. Dieses Vorgehen gilt als erster Völkermord des 20. Jahrhunderts.

Jedes Jahr gedenken die Red-Flag-Herero am letzten Wochenende im August den Opfern in der Kleinstadt Okahandja. Sie pilgern zu den Gräbern unter anderem ihrer dort beerdigten Führer Maharero, Samuel Maharero und Hosea Kutako. Zum Start meiner zehntägigen Tour durch Namibia fuhr ich nach Okahandja, um mir die Zeremonien am Herero-Day/Red-Flag-Day anzusehen.

Wegweiser

In einer Parade ziehen die Herero durch Okahandja zum Herero Heroes Cemetry. Angeführt wird der Umzug von uniformierten Reitern, gefolgt von Kapellen und Herero in Marschformation. Die Uniformen sind keineswegs Teil der offiziellen Kleidung der namibischen Streitkräfte. Es sind Fantasie-Uniformen, angelehnt an die Kleidung der Soldaten der deutschen Schutztruppe.

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Diese Musik macht krank!

Dem Hörer des deutschen Hörfunks der nbc wird schon viel zugemutet. Pop- und Rockmusik am Morgen, oft auch noch auf Englisch! Und jede Woche diese Sendung „Aufgedreht“ meines geschätzten Kollegen Thomas Stille, der seltsame Musik aller Stilrichtungen vorstellt. Und dann setzt so ein Praktikant noch einen drauf und spielt eine Stunde lang Metal!

Für die monatliche Sendung „Moderatorencharts“ darf einer der Moderatoren in seine Plattenkiste greifen und das spielen, was er am liebsten hört. Das hab ich mir nicht zweimal sagen lassen und von Dimmu Borgir über Manowar bis zu Opeth alles gespielt, was laut und „böse“ ist. Um die Hörer nicht all zu sehr zu verschrecken, gabs auch einen Disclaimer:

Nach einer Stunde Krach wurden alle Hörer wieder zum Programm begrüßt, die sich zwischenzeitlich ausgeklinkt hatten:

Manch ein Hörer hat meine „Warnung“ leider etwas zu ernst genommen. So wie Frau Harbig, die sich am Dienstag in der Call-In-Sendung „Telefonhörer“ zu Wort meldete.

Dass durch meine Sendung die Produktion von Metal, besonders in Namibia, vorangetrieben wird, glaube ich weniger. Auch wenn ich dies natürlich begrüßen würde. Beim nächsten Mal werde ich jedenfalls vor den Musik-Disclaimer einen Humor-Disclaimer setzen.

Der Kameldornzweig

Im Programm des deutschen Hörfunks gibt es, wie in jedem Radioprogramm, hin und wieder Pannen. Mal baut ein Moderator ein dickes Sendeloch, mal wird eine vorproduzierte Sendung zu spät abgefahren. Ich hab heute allerdings einen wesentlich dickeren Bock geschossen. In unserer Service-Sendung „Karussell“ hatte ich meinen ersten richtigen Verlacher. Es war nur ein kleiner Lesefehler, der mich komplett aus dem Konzept brachte:

Ich war allerdings nicht der Einzige, der das Ganze lustig fand. Kurz darauf rief mich eine Hörerin an. Sie sei gerade dabei gewesen, ihrem Baby seinen Brei zu verabreichen, als mein Verlacher auch sie lauthals losprusten ließ. Das habe wohl auch das Baby erfreut, worauf hin es mit breigefülltem Mund ebenfalls loslachte…

 

Der Einäugige…

Eigentlich war es mein Ziel in meiner Zeit in Namibia Radio zu machen. Dass ich die deutschen Nachrichten im nationalen Fernsehen lesen werde, daran habe ich bei meiner Ankunft nicht gedacht. Bekanntlich sieht man mit dem Zweiten ja besser. Ein Auge scheint beim nbc-TV aber auszureichen…

Einlesen...gleich geht's los (Foto: Marcel Pauly)

Einlesen...gleich geht's los (Foto: Marcel Pauly)

Anfang Juli bekomme ich im Studio einen Anruf. Nichts ungewöhnliches, rufen doch jeden Tag Hörer an mit Lob oder Kritik. Diese Anruferin wollte aber mit mir sprechen. Sie fragte mich, ob ich denn Lust hätte, mal die deutschen Nachrichten im TV zu lesen. Ich bekundete mein Interesse und bat um ein Gespräch nach der Sendung. An diesem Punkt ging ich noch davon aus, dass es sich um die Offs handelt, also den Sprechertext zu den Nachrichtenbeiträgen. Bei unserem anschließenden Gespräch stellte sich dann aber, als das Wort „Maske“ viel, heraus, dass ich die Nachrichten vor der Kamera präsentieren sollte.

Nach zweimaligem Verschieben war es dann endlich so weit: ich fuhr zum TV im nördlichen Industriegebiet Windhoeks, um die deutschen Nachrichten für die Aufzeichnung  zu lesen. Nachdem ich meine Intros für die einzelnen Beiträge kurz überflogen und die gröbsten Grammatikfehler beseitigt hatte, durfte ich mich auch schon umkleiden. Glücklicherweise hatte mir ein Kollege sein Sakko samt Schlips geliehen. In der Garderobe – also der Herrentoilette – verwandelte ich mich zum Anchorman. Dann wurde ich auch schon geschminkt und im Studio platziert. Nach anfänglichen Problemen mit dem Teleprompter bekam ich aber ein Gefühl dafür, von einem – nach meinem Gefühl – viel zu kleinen Bildschirm abzulesen und dabei noch entspannt auszusehen.

Einsam im Studio (Foto: Marcel Pauly)

Einsam im Studio (Foto: Marcel Pauly)

Letztendlich ging dann alles glatt und ohne größere Versprecher über die Bühne. Später bekam ich einen Anruf, ob ich die Nachrichten nun regelmäßig lesen will. Anscheinend war man mit meiner Arbeit ganz zufrieden. So schnell kommt man in Namibia mit einem Auge ins Fernsehen…

Mehr zu den Fernsehnachrichten bei der nbc schreibt mein werter Kollege Marcel Pauly.

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