Alles hat ein Ende

Vier Monate sind um, heute geht es für mich zurück nach Deutschland. Ich will eigentlich kein Fazit ziehen, denn so einfach kann man das gar nicht. Wo soll man da anfangen und wo aufhören? Ich belasse es der Einfachheit halber bei: Es war eine großartige und wohl eine der wichtigsten Erfahrungen meines Lebens! Ich habe tolle Menschen getroffen, wurde immer herzlich Willkommen geheißen und habe ein wunderschönes Land entdecken dürfen.

Dass ich viel Spaß bei meinem Praktikum hatte, wird der Leser dieses Blogs wohl bereits bemerkt haben. Natürlich ist nicht immer alles glatt gegangen. Aber von welchen Sendungen wird man sich später am Kneipentisch erzählen? Die, bei denen alles funktioniert hat oder die, wo Pannen und schlechte Witze das Programm bestimmt haben? Richtig!

Ich habe die Highlights meiner Arbeit beim Deutschen Hörfunk der NBC zusammengeschnitten. Alles ist so On-Air gegangen, wie es hier zu hören ist. Manchmal hat es schon viel Geduld gekostet, wenn der Techniker mit der Bedienung des Ü-Wagens komplett überfordert war. Im Nachhinein war es aber ein großer Spaß:

Vielen Dank an alle, die ich hier in Namibia kennen lernen durfte. Besonders an meine Mitbewohner Uli Kubatta und Marcel Pauly: Wir haben ne Menge gesehen und erlebt, davon möchte ich nichts missen!

Ein Stück Afrika werde ich mit nach Hause nehmen, denn so eine Zeit verändert einen schon. Im positiven wie im negativen: T.I.A.

Diese Musik macht krank!

Dem Hörer des deutschen Hörfunks der nbc wird schon viel zugemutet. Pop- und Rockmusik am Morgen, oft auch noch auf Englisch! Und jede Woche diese Sendung „Aufgedreht“ meines geschätzten Kollegen Thomas Stille, der seltsame Musik aller Stilrichtungen vorstellt. Und dann setzt so ein Praktikant noch einen drauf und spielt eine Stunde lang Metal!

Für die monatliche Sendung „Moderatorencharts“ darf einer der Moderatoren in seine Plattenkiste greifen und das spielen, was er am liebsten hört. Das hab ich mir nicht zweimal sagen lassen und von Dimmu Borgir über Manowar bis zu Opeth alles gespielt, was laut und „böse“ ist. Um die Hörer nicht all zu sehr zu verschrecken, gabs auch einen Disclaimer:

Nach einer Stunde Krach wurden alle Hörer wieder zum Programm begrüßt, die sich zwischenzeitlich ausgeklinkt hatten:

Manch ein Hörer hat meine „Warnung“ leider etwas zu ernst genommen. So wie Frau Harbig, die sich am Dienstag in der Call-In-Sendung „Telefonhörer“ zu Wort meldete.

Dass durch meine Sendung die Produktion von Metal, besonders in Namibia, vorangetrieben wird, glaube ich weniger. Auch wenn ich dies natürlich begrüßen würde. Beim nächsten Mal werde ich jedenfalls vor den Musik-Disclaimer einen Humor-Disclaimer setzen.

Radio in neun Sprachen

Namibia ist ein Vielvölkerstaat. Die willkürlichen Grenzziehungen in der Kolonialzeit haben dafür gesorgt, dass eine namibische Nation erst mit der Unabhängigkeit langsam entstehen konnte. Dem muss auch das öffentlich-rechtliche Programm der Namibian Broadcasting Corporation (NBC) gerecht werden. Deshalb gibt es hier Radio in neun Sprachen.

„Guten Morgen“ wird zum Zungenbrecher

Namibia kann man mit Fug und Recht als multikulturell bezeichnen. Die wechselvolle Geschichte hat dazu geführt, dass es in Namibia heute mindestens 12 ethnische Gruppen gibt. Diese finden sich auch in den 12 Strahlen der Sonne auf der namibischen Flagge wieder.
Englisch ist zwar Amtssprache und man kommt damit in der Regel auch überall gut aus. Daneben gibt es aber eine Vielzahl von Sprachen, die in Namibia gesprochen werden. Sehr verbreitet ist Afrikaans. Es entwickelte sich im südlichen Afrika aus dem Neuniederländisch des 17. Jahrhunderts unter dem Einfluss einheimischer Sprachen. Afrikaans wird außerdem in Südafrika und teilweise auch in Botsuana, Simbabwe, Lesotho, Sambia und Malawi gesprochen. Read the rest of this entry